Bonner Querschnitte 07/2017 Ausgabe 468

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Martin Bucer Seminar Chemnitz feiert zehnjähriges Bestehen

Frank Heinrich: „Ich bin stolz darauf, wie positiv sich dieser mutige Schritt entwickelt hat.“

(Bonn, 22.03.2017) „Als Chemnitzer Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Pastor war es mir persönlich ein Anliegen, dass junge Menschen gerade hier die Chance haben, eine gute theologische Ausbildung zu erhalten. Und dabei können sie gleich ihre Heimat und Kultur prägen. Daher war schnell klar, dass wir das Bucer-Seminar auch in den neuen Bundesländern brauchen.“

Mit diesen Worten gratulierte Frank Heinrich, MdB, dem Chemnitzer Studienzentrum des Martin Bucer Seminars zum Jubiläum. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Studienzentrums fand am 17. März ein Festgottesdienst statt. Neben Studierenden, Absolventen und Mitarbeitern des Martin Bucer Seminars nahmen auch Vertreter der örtlichen Gemeinden und Werke am Gottesdienst teil.

Frank Heinrich steht seit Gründung des Studienzentrums dem regionalen Beirat vor, der das MBS vor Ort mit Rat und Tat unterstützt und die Vernetzung in die Region stärkt. Rückblickend auf die Gründung und die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren sagte Heinrich: „Ich bin stolz darauf, wie positiv sich dieser mutige Schritt entwickelt hat. Dass Absolventen heute die Möglichkeit haben, vom sächsischen Gemeinschaftsverband angestellt zu werden, zeigt die großartige Entwicklung, die das Seminar in den letzten Jahren genommen hat. Wir haben ein hohes akademisches Niveau. Wir nehmen Einfluss in der Gesellschaft.“

Ausdrücklich dankte Frank Heinrich auch dem Rektor des Seminars Prof. Dr. Thomas Schirrmacher: „Er schafft es, sowohl in der theologischen Lehre als auch im politischen Betrieb, Themen und Werte der Bibel in unsere Gesellschaft zu übersetzen und uns unserer Verantwortung bewusst zu machen.“

Auch Thomas Schirrmacher selbst gratulierte via Videobotschaft den Chemnitzern zum Jubiläum. Er dankte den Gemeinden vor Ort für ihre Unterstützung und erinnerte an die Wurzeln des Chemnitzer Studienzentrums: In den 1980er Jahren waren er und seine Frau regelmäßig zu Pastorenschulungen im Erzgebirge unterwegs, woraus später das dezentrale und praxisnahe Konzept des Martin Bucer Seminars entstanden sei. Er unterstrich dabei auch das Grundanliegen, das hinter der Gründung eines Studienzentrums in den neuen Bundesländern stand, nämlich „gute Mitarbeiter durch Ausbildung vor Ort davon abzuhalten, für immer abzuwandern“.

Der Chemnitzer Studienleiter Carsten Friedrich unterstrich dies ebenfalls: „Ohne diese Grundidee ist die Entstehung und Entwicklung des Martin Bucer Seminars in Chemnitz nicht zu verstehen.“ Er war vor zehn Jahren selbst aus den alten Bundesländern in seine Heimat nach Sachsen zurückgekehrt, um das Studienzentrum in Chemnitz aufzubauen.

Das Martin Bucer Seminar Chemnitz ist neben Campus für Christus und der Evangelischen Studentengemeinde einer der Träger des ChemnitzForums Glauben und Denken. Seit 2010 veranstaltet das ChemnitzForum jährlich vier Abende an der Technischen Universität Chemnitz, bei der der christliche Glaube in einen akademischen Dialog mit anderen Weltanschauungen tritt. Referenten waren u.a. der indische Sozialreformer und Philosoph Vishal Mangalwadi, Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse und der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber.

Das Studienzentrum Chemnitz bietet neben dem berufsbegleitenden Studium der Theologie auch einen Studiengang im sogenannten „Dualen System“ an, in dem die Studierenden drei Tage pro Woche die theoretischen Grundlagen erlernen und an zwei Tagen ihr Praktikum in einer Gemeinde absolvieren.


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