Bonner Querschnitte 11/2008 Ausgabe 63

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„Sie werden Euch hassen ...“ – Christenverfolgung weltweit

Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht Beiträge einer Expertentagung

Beitrag zu Iran wird als Gutachten in Asylverfahren verwendet

(Bonn, 12.04.2008) Meldungen über weltweite Verfolgung und Diskriminierung von Christen und anderen religiösen Minderheiten nehmen ständig zu. Den Weg in die Schlagzeilen finden sie hierzulande allerdings nur in Ausnahmefällen wie der Ermordung des katholischen Priesters Don Andrea Santoro in Trabzon am Schwarzen Meer 2006, der rituellen Schlachtung dreier Mitarbeiter eines evangelikalen Buchverlags im türkischen Malatya im April 2007 oder der Hinrichtung Rami Khader Ajjads, eines Mitglieds der Palästinensischen Bibelgesellschaft, im Oktober 2007.

Tatsache ist jedoch: das Christentum ist diejenige Religion, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts am stärksten verfolgt wird. Das Jesuswort „Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden“ aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 10, Vers 22, gewinnt erschreckende Realität. In rund 50 Staaten der Erde werden heute über 200 Millionen Menschen christlichen Glaubens diskriminiert, bedrängt oder mit dem Tode bedroht.

In einem gemeinsamen Antrag von CDU/CSU und SPD mit dem Titel „Solidarität mit verfolgten Christen und anderen verfolgten religiösen Minderheiten“, den der Deutsche Bundestag am 24. Mai 2007 angenommen hat, wurde die Bundesregierung deshalb aufgefordert, die Verfolgung von Christen während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 und darüber hinaus verstärkt zu thematisieren. Es reiche nicht aus, so der Antragstext, von Menschenrechten allgemein zu sprechen, sondern religiöse Verfolgung müsse als solche klar benannt und angeprangert werden.

Diesen Antrag hat die Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung zum Anlass genommen, das verdrängte, aber gleichwohl drängende Thema weltweiter Christenverfolgung aufzugreifen und im unmittelbaren Anschluss an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft in den Mittelpunkt einer internationalen Expertentagung zu stellen.

Der daraus hervorgegangene und soeben im Druck erschienene Sammelband dokumentiert die dort gehaltenen Vorträge, ergänzt und erweitert um weitere Länderberichte und ausgearbeitete Beiträge von Teilnehmern der im Rahmen der Expertentagung veranstalteten Podiumsdiskussion „Solidarität mit verfolgten Christen – Möglichkeiten und Grenzen der Politik“.

Quelle: Hanns-Seidel-Stiftung (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.hss.de/11287.shtml)

 

Der Band enthält auch die derzeit detaillierteste Zusammenstellung zum Iran aus der Feder des Direktors des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Thomas Schirrmacher, die zugleich mehrfach als Gutachten in Asylverfahren verwendet wurde. Schirrmacher hatte auf der Expertentagung den beteiligten Politikern ausdrücklich für ihren Einsatz gedankt, der in Ländern wie der Türkei vor Ort zu spüren sei.

Der Band kann in Druckfassung direkt bei der Hanns-Seidel-Stiftung bezogen werden.

 

Downloads:

  • Vollständiger Band als Initiates file downloadpdf
  • Cover als Initiates file downloadjpg

Dokumente

BQ0063_01.pdf