Bonner Querschnitte 15/2012 Ausgabe 209

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Globale Allianz fordert größere Religionsfreiheit in Sri Lanka

Die Religious Liberty Partnership veröffentlicht eine Erklärung zur Lage der Religionsfreiheit in Sri Lanka und fordert die Anerkennung der „National Christian Evangelical Alliance von Sri Lanka“

(Bonn, 21.06.2012) Christliche Religionsfreiheitsorganisationen, die in der Religious Liberty Partnership (RLP) zusammengeschlossen sind, haben eine Erklärung über die Kirche Sri Lankas herausgegeben, in der die offizielle Anerkennung des historisch jüngeren Teils der protestantischen Christen Sri Lankas gefordert wird, der durch die „National Christian Evangelical Alliance von Sri Lanka“ (NCEASL) vertreten wird. Diese Vereinigung feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen und gehört zur Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), einem Verband, der weltweit 600 Millionen evangelischer Christen vertritt.

Dazu erklärte der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher: „Bislang sind als Repräsentanten der Christen nur die katholische Bischofskonferenz sowie ein Verband der in Sri Lanka seit der Kolonialzeit vertretenen protestantischen Konfessionen anerkannt, die jedoch nicht für die jüngeren Denominationen eintreten wollen. Die sich selbst als evangelikal verstehenden Kirchen werden von der Regierung ignoriert und haben keinen Rechtsschutz, obwohl ihr Dachverband bereits 60 Jahre alt ist und einige Mitgliedskirchen noch viel älter und alle schon seit Generationen unter einheimischer Leitung sind.“

„Diese Erklärung ist wichtig, denn sie bringt die Besorgnis der weltweiten christlichen Gemeinschaft über Recht, Gerechtigkeit und Gleichheit zum Ausdruck“, meinte Godfrey Yogarajah, der Direktor der Religionsfreiheitskommission der WEA. Yogarajah, der zugleich dem Vorstand des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit angehört, fuhr fort: „Als Nation, die einen langen Bürgerkrieg hinter sich hat und Fortschritte in Richtung Frieden, Stabilität, guter Regierung und wirtschaftlicher Entwicklung macht, steht Sri Lanka an einem wichtigen Scheideweg in seiner Geschichte. Es ist entscheidend, dass alle Bevölkerungsgruppen gleich behandelt werden und in einer Umgebung leben können, in der sie ihre Grundrechte voll und ungehindert ausschöpfen können.“

Die sogenannte „Colombo Erklärung“ ruft die weltweite Kirche dazu auf, „gegen die anhaltenden gewalttätigen Angriffe auf Geistliche und christliche Gotteshäuser“ einzutreten. Zugleich solle man dafür beten, „dass alle Religionsgemeinschaften die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit genießen können“. Die Erklärung kann auf der Webseite der RLP eingesehen werden: Opens external link in new windowwww.RLPartnership.org

„Nach 30 Jahren innerer Unruhen in Sri Lanka glauben wir, dass das Land jetzt die wichtige Frage der Religionsfreiheit in Angriff nehmen muss“, ist Prof. Dr. Christof Sauer, der Co-Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, überzeugt. „Wir sind besorgt über die zwangsweisen Schließungen von Kirchen durch örtliche Behörden und über die Gewalt gegen Geistliche und Kirchen.“ „Wir rufen alle Christen überall dazu auf, dafür zu beten, dass die Regierung von Sri Lanka eingreifen wird, um diese inakzeptable Handlungen zu beenden, und Maßnahmen ergreifen wird, die echte Religionsfreiheit für alle garantieren.“

Wie in der Erklärung zum Ausdruck gebracht, verpflichtet sich die Religious Liberty Partnership, sich „für die volle Verwirklichung der religiösen Rechte aller Bürger Sri Lankas einzusetzen“ und „erklärt sich solidarisch mit den evangelikalen Christen in ihrem Bemühen, gleiche Rechte wie andere Religionsgemeinschaften Sri Lankas zu erlangen.“

Yogarajah, der Leiter der NCEASL, sagte, dass die Erklärung Änderungen zum Besseren bewirken soll. „Wir beten, dass diese vereinte Stimme aus der weltweiten Christenheit die Regierung Sri Lankas und andere relevante Akteure dazu veranlassen wird, Veränderungen herbeizuführen, die die Freiheit von Gedanken, Gewissen, Religion und Glauben in Sri Lanka fördern.“

Die Religious Liberty Partnership (RLP, Partnerschaft für Religionsfreiheit) ist ein Netzwerk christlicher Organisationen aus über 20 Ländern, die sich auf Religionsfreiheit konzentrieren Zu den Mitgliedern gehört auch das Internationale Institut für Religionsfreiheit (Bonn – Kapstadt – Colombo). Die RLP bemüht sich um eine zunehmende und absichtliche Zusammenarbeit im Eintreten und in der Hilfe für verfolgte Christen und der Bewusstseinsbildung über religiöse Verfolgung weltweit. Das Leitungsteam der RLP besteht neben Godfrey Yogarajah aus: Mervyn Thomas (Vorsitz), Christian Solidarity Worldwide, Großbritannien; Ron Boyd-Macmillan, Open Doors International, Holland; Anne Brandner, Global Peace Initiative, Kanada; Andy Dipper, Release International, Großbritannien; Daniel Hoffman von Middle East Concern und Linus Pfister, HMK, Schweiz. Die Colombo-Erklärung enthält eine Liste der RLP-Mitglieder.

 

Downloads:

·         Colombo-Erklärung (Initiates file downloadpdf)

Dokumente

BQ0209.pdf