Bonner Querschnitte 16/2020 Ausgabe 634

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Geistliche Investments – Es müssen nicht immer nur Spenden sein!

(Bonn, 16.03.2020) In den vergangenen Monaten haben zwei aufeinanderfolgende Konferenzen die Bedeutung von Business und Investment für die Entwicklung von Gemeinden und christlichen Werken betont.

Die Business Coalition der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) hat Experten aus 16 Ländern in die Josua-Gemeinde nach Hamburg eingeladen, um dort gemeinsam über Synergien zwischen Business, Gemeinde und Investment nachzudenken. Redner wie Doug Spada (USA), Prof. Vishal Mangalwadi (Indien), Julia Profeta Johansson (Brasilien), Chris Conant (USA), Dr. Richard Higginson (England) und andere inspirierten die Teilnehmer, eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen, wie gemeinsam Reich Gottes gebaut werden könnte.

Timo PlutschinskiMittlerweile gibt es im internationalen Bereich etliche Bezeichnungen wie „Spirtual Venture Funds“, „Kingdom Impact Investments“ oder „Faith in Finance“-Initiativen, die sich auf profitable Geschäftsmodelle konzentrieren und Finanzmittel generieren, die wiederum zum Aufbau christlicher Initiativen eingesetzt werden können und christliche Werte in die Gesellschaft bringen.

Der internationale Direktor der Business Coalition, Timo Plutschinski (Deutschland), sagte: „Wir brauchen dringend einen ‚Montags-Schub‘, eine starke Kraft hinein in die Finanz- und Geschäftswelt, um den schlafenden Riesen von Christen zu wecken, die in ihrer professionellen Arbeit im Business- und Investmentbereich auf ihre Art Gemeinde mitbauen.“

Der gleiche Ansatz wurde ein paar Wochen später verfolgt, als Investoren, Vermögensverwalter, Geschäftsleute und Kirchenvertreter in den Räumen des Weltkirchenrats in Genf zusammenkamen, um das Verhältnis von Glaube und Investment zum Thema zu machen. Die Konferenz war überschrieben mit dem Titel „FaithInvest: Impactful Cooperation“ und wurde von der Geneva Agape Foundation, dem Weltkirchenrat und der britischen Initiative FaithInvest veranstaltet.

Die beiden Eröffnungsredner waren Martin Palmer (England), Präsident von FaithInvest, und Prof. Christoph Stückelberger von der Geneva Agapa Foundation, der sagte: „Wir wollen und müssen innovativ sein! Wir haben ein Mandat vom Geber allen Lebens, Innovatoren in dieser Welt zu sein und Zusammenarbeit zu stärken.“
 
Palmer wies darauf hin, dass es seit vielen Jahren eine Lücke zwischen Glaube und Investment gäbe, aber: „Diese Lücke ist nun geschlossen; zum einen, da die Glaubensgemeinschaften, insbesondere das Christentum, erkannt haben, dass schon vom Schöpfungsauftrag her eine Verbindung besteht. Und zum anderen haben uns Ereignisse wie die Klimafragen eingeholt, die zum Handeln zwingen.“

Die großen Religionen der Welt verfügen über 14 bis 15 Prozent des gesamten Investmentmarktes, zumindest im institutionellen Bereich. Auf kleineren Ebenen der Diözesen, Tempel, Synagogen usw. sind es sogar bis zu 20 Prozent. Religiös Gläubige sind, ob man es mag oder nicht, ein wesentlicher Faktor im Investmentbereich.

Die entscheidende Frage ist, wie diese Investments in noch stärkerem Maße christliche Werte fördern und eine positive Auswirkung auf die Entwicklung christlicher Mission haben können. Das muss künftige Debatten bestimmen.

In seinem Schlussbeitrag präsentierte Timo Plutschinski dazu zwei Beispiele profitabler Geschäftsideen: zum einen ein professionelles Computerspiel mit biblischem Inhalt und zum anderen eine Online-Plattform, die künstliche Intelligenz zur effektiveren Realisierung christlicher Projekte weltweit einsetzt. Beide Projekte sind ertragreich, spendenunabhängig und bauen auf ihre Art mit am Reich Gottes. Eine perfekte Mischung!


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