Bonner Querschnitte 17/2017 Ausgabe 478

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IGFM dankt der katholischen Bischofskonferenz in Kuba für größeren Mut

(Bonn, 29.06.2017) Der Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (International Society for Human Rights, IGFM/ISHR) hat der Katholischen Bischofskonferenz in Kuba dafür gedankt, dass sie zunehmend größeren Mut in Sachen Menschenrechte beweist und sich mit den ‚Damen in Weiß‘ getroffen hat.

Der Vorsitzende der römisch-katholischen Bischofskonferenz, Juan de la Caridad García Rodríguez, Erzbischof von San Cristóbal de la Habana, hatte sich nicht nur als erster Bischof, sondern auch als erste bedeutende Persönlichkeit Kubas mit der Vorsitzenden der Damen in Weiß (Las Damas de Blanco), Berta Soler, getroffen. Dabei hatte er auch geäußert, dass er Geheimagenten, die die Damen in Weiß bespitzelten, von der Messe ausschließen würde, wenn ihre Identität bekannt würde.

Die Damen in Weiß wurden 2003 von Angehörigen, vorwiegend Müttern, von 79 inhaftierten Regimekritikern gegründet. Sonntags zogen sie vom Gottesdienst in Santa Rita de Casia in Havanna aus in weißen Kleidern die Quinta Avenida entlang.

2011 wurden die Gefangenen auf Bewährung freigelassen, die meisten verließen direkt Kuba. Die Damen in Weiß kämpften aber weiter für andere Gefangene und für die Einhaltung der Menschenrechte überhaupt. Vor dem Papstbesuch von 2012 wurden 30 der Damen in Weiß vorübergehend festgenommen. Vor dem Besuch des US-Präsidenten Barak Obama 2016 wurden 50 von ihnen vorübergehend festgenommen. Offiziell gehören in Havanna 82 Personen zu den Damen in Weiß, im Osten des Landes 34. Die Damen in Weiß wurden weltweit mit vielen Preisen ausgezeichnet, so etwa 2006 vom EU-Parlament mit dem Sacharow-Preis. Schirrmacher traf sich außerdem mit der Leiterin des Amtes für religiöse Angelegenheiten des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, Lic. Caridad Diego Bello, und zwei ihrer Mitarbeiter.

René Gómez Manzano

Ein besonderer Höhepunkt war, so Schirrmacher, der Besuch bei René Gómez Manzano, dem Vorsitzenden der kubanischen Sektion der IGFM, Vorsitzender einer Vereinigung von Menschenrechtsanwälten, vom Vatikan und Amnesty International während seiner Gefangenschaften massiv unterstützt und Träger zahlreicher internationaler Menschenrechtspreise. „Am beeindruckendsten finde ich“, so Schirrmacher, „dass Gómez immer und immer wieder für längere Zeit im Gefängnis war und trotzdem mehrfach die Möglichkeit ausgeschlagen hat, das Land zu verlassen, um andere nicht im Stich zu lassen und weil er nur so etwas verändern kann.“ Es mache ihn stolz, einen Menschrechtsverteidiger dieser Art im Ausland vertreten zu dürfen. Die IGFM/ISHR unterstützt Gomez seit vielen Jahren ebenso wie die Damen in Weiß.


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