Bonner Querschnitte 28/2010 Ausgabe 150

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Märtyrer 2010: Das neue „Jahrbuch zur Christenverfolgung heute“

(Bonn, 12.11.2010) In 64 Staaten dieser Erde gibt es keine oder nur eine erheblich eingeschränkte Religionsfreiheit. Da sich unter diesen Staaten einige sehr bevölkerungsreiche Länder befinden, sind von den Repressalien ungefähr 70 Prozent der Weltbevölkerung betroffen. Bis zu 300 Millionen Christen werden weltweit als Minderheit diskriminiert. Diese Zahlen gehen aus dem Buch „Märtyrer 2010 – Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute“ hervor, das Max Klingberg, Thomas Schirrmacher und Ron Kubsch im Auftrag der Nachrichtenagentur idea jetzt herausgegeben haben.

„Die Verfolgung und Unterdrückung von Personen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung, und im speziellen die Benachteiligung, Verfolgung und Ermordung von Gläubigen aufgrund ihres christlichen Glaubens stellt längst keinen seltenen Ausnahmefall dar, sondern bildet eine viel zu häufige tragische Realität“, heißt es in der idea-Dokumentation. Herausgeber sind die Arbeitskreise für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Evangelischen Allianz und die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz sowie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Das Jahrbuch fasst eine Vielzahl von Analysen, Berichten und Hintergrundinformationen von Autoren zusammen, die aus unterschiedlichsten Konfessionen, Organisationen und Berufsgruppen stammen.

Zu den prominenten Autoren gehören der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, dessen Reden im Bundestag zum Thema Christenverfolgung in der Dokumentation abgedruckt sind, sowie der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung Günter Nooke. Darüber hinaus veröffentlicht das Jahrbuch die Ergebnisse einer Studie zum Thema Religionsfreiheit, die der Soziologe Brian J. Grim dem US-Repräsentantenhaus vorgestellt hat. Der China-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Till Fähnders und der China-Experte Tony Lambert beschreiben in ihren Beiträgen „Nächstenliebe im Untergrund“ und „Verfolgung von Christen im China nach Mao“ die Situation im bevölkerungsreichsten asiatischen Land. Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz von Indien und Asien, Richard Howell, zieht eine Zwischenbilanz der Gewalt gegen Christen im indischen Bundesstaat Orissa. Daniel Ottenberg, Leiter des Referats Menschenrechte bei der Hilfsorganisation Open Doors, widmet sich dem „umkämpften afrikanischen Land“ Nigeria. Das Missionarsehepaar Pebri und Christian Goßweiler schreibt schließlich über die neuesten Entwicklungen im Konflikt zwischen Christen und Muslimen in Indonesien.

Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, wiederum plädiert dafür, das Thema Christenverfolgung bei Nachbarn, Kollegen und im Freundeskreis zu anzusprechen. Es gehe darum, sich dafür einzusetzen, dass alle ihren Glauben in Freiheit und Würde leben könnten. Ein weiterer Beitrag erläutert, wie man einem Flüchtling oder Konvertiten bei einem Asylverfahren helfen kann.

Unter anderem gibt „Märtyrer 2010“ auch eine Einführung in die aktuellen wissenschaftlichen Forschungen. In mehr als 70 Prozent der Länder seien demnach Verbrechen, gemeine Taten oder Gewalttätigkeiten durch religiösem Hass oder religiöse Vorurteile motiviert gewesen.

Für die Dokumentation ist der Theologe Thomas Schirrmacher maßgeblich verantwortlich. Der Rektor des Martin Bucer Seminars, Professor für Religionssoziologie an der Staatlichen Universität Oradea, Rumänien, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz und Sprecher für Menschenrechte dieses weltweiten Zusammenschlusses, weist in seinem Beitrag darauf hin, dass viele Christen weltweit der grundlegenden Rechte beraubt sind, ihre Religion überhaupt zu leben und zu bekennen.

Das Jahrbuch verdeutlicht, dass Verfolgung und Diskriminierung enormen gesellschaftlichen und kulturellen Unterschieden unterliegt. Ein Indikator dafür ist der ebenfalls veröffentlichte „Open Doors Weltverfolgungsindex“. Anhand der Befragung einheimischer Mitarbeiter, Pastoren und Kirchenleiter vor Ort erstellt das Hilfswerk „Open Doors“ einen jährlich aktualisierten Index, der alle Länder weltweit in die Kategorien „schwere Verfolgung“, „schwere Einschränkungen“, „einige Probleme“, „Unterdrückung“ und „einige Einschränkungen“ unterteilt. Die zehn Länder, in denen Christen demnach am stärksten verfolgt sind, werden ebenso porträtiert wie die Länder, in denen sich die Lage jeweils verbessert oder verschlechtert hat.

Komplettiert wird die Dokumentation durch detaillierte Informationen zu Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, Rezensionen von Fachbüchern und Kurzportraits von Institutionen, die gegen Christenverfolgung kämpfen.

AQ/JW

Der Text wurde übernommen von Opens external link in new windowwww.pro-medienmagazin.de/buecher.html

 

Bibliografische Angaben:

Max Klingenberg, Thomas Schirrmacher, Ron Kubsch (Hg.). „Märtyrer 2010 – Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute“. VKW: Bonn, 2010. zugleich idea-Dokumentation 10040890. ISBN 978-3-86269-001-5. 294 S., 8,90 EUR
Das Buch kann über idea (Opens window for sending emailabsovervice@idea.de, Tel. 06441/915122) oder Opens external link in new windowwww.vkwonline.de bestellt werden.

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